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Presseinformation vom 16. Mai 2019

Reges Interesse an Bioökonomie-Projekten

Niedersachsens Ministerin Birgit Honé besuchte den Substrathersteller Klasmann-Deilmann in Geeste/Bioökonomie-Projekte zum Anfassen

 

Geeste – Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Plastikvermeidung – das sind Themen, mit denen Birgit Honé, niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung etwas anfangen kann. Bei einem Besuch des Substratherstellers Klasmann-Deilmann in Geeste, einem der Partner in den Bioökonomie-Projekten der Ems Dollart Region (EDR), fragte sie sehr interessiert nach, als ihr Ilona Heijen und Anita Buijs (beide EDR) die vielfältigen Ansätze und Ergebnisse der EU-geförderten Projekte präsentierten.

Klasmann-Deilmann ist einer der Partner im „Paludikulturen-Projekt", das aktuell im INTERREG VA-Projekt „Bioökonomie – Grüne Chemie" realisiert wird. Deutsche und niederländische Partner aus der Region erforschen den Anbau von Torfmoos (Sphagnum) zur Wiederherstellung von Moorgebieten. Durch das wieder herstellen von Mooren wird auch ein Beitrag zur Reduktion von CO2 geleistet. Im Paludikulturen-Projekt wird auch untersucht, welche Produkte sich aus den in Feuchtgebieten angebauten Pflanzen herstellen und vermarkten lassen. Torfmoos ist ein Teilaspekt, Rohrkolben als Isolationsmaterial ein weiterer.

Insgesamt wurden im jetzt abgeschlossenen „Bioökonomie im Non-Food-Sektor"-Projekt 40 Teilprojekte realisiert, von denen Anita Buijs eine Auswahl präsentierte, zu denen sie auch Proben zum Anfassen mitgebracht hatte. Klasmann-Deilmann erforschte darin mit niederländischen Partnern ein Biosubstrat. In einem anderen Projekt wurde ein kompostierbares Gartenbauseil entwickelt, das bereits im Handel erhältlich ist. Es wurden Garne für Fischernetze hergestellt, die im Meer abbaubar sind und somit dazu beitragen können, die Plastikflut in den Ozeanen zu reduzieren – wenn sie nicht den Nutzern zu teuer wären. Aus landwirtschaftlichen Reststoffen wurden Produkte im 3D-Druck- sowie im Spritzguss-Verfahren hergestellt, die sonst aus erdölbasierten Kunststoffen bestehen. Verpackungsmaterial aus Myzelium war ein weiteres Thema, Baumaterial aus biobasierten Rohstoffen, Algen für Textilien und biobasierte Saatgutbeschichtungen waren weitere Ansätze der Projekte, die im Rahmen des deutsch-niederländischen Projektes „Bioökonomie im Non-Food-Sektor" hier vor Ort realisiert wurden.

 

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Ministerin Birgit Honé interessierte sich sehr für die vielfältigen Aktivitäten des Substratherstellers Klasmann-Deilmann in Geeste. FOTO: Ole Spata, Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung
      

  
 
 

Eco-Innovation-Kongress 2019


Biobasierte Wirtschaft als Beitrag zum Klimaschutz

Regionale und internationale Experten stellten Lösungswege vor


PAPENBURG - Durch Innovationen die Zukunft zu gestalten, war das Ziel und die Botschaft der internationalen Fachtagung „ECO-Innovations from biomass" in Papenburg, zu der am 20. und 21. März rund 240 Teilnehmer kamen. Darunter waren auch viele regionale Unternehmer und Wissenschaftler. Über 40 Aussteller stellten ihre innovativen Verfahren und Produktbeispiele vor. 

 

„Mit sechzig Gastreferenten aus neun Nationen hat sich diese herausragende Netzwerkveranstaltung zu einem etablierten Experten- und Strategietreffen der Bioökonomie entwickelt", stellte der Landrat des Landkreises Emsland, Reinhard Winter, fest. „Grüne Chemie für eine saubere Zukunft ist ein Thema, das keinen Halt macht vor Landesgrenzen", betonte der Deputierte der Provinz Groningen, Henk Staghouwer, die Notwendigkeit für ein gemeinsames, grenzübergreifendes Handeln.

 

Plastik reduzieren

Auf dem „Markt der Ideen" präsentierten Projektpartner aus der Region innovative Produkte, die rohölbasiertes Plastik ersetzen können. Professor Jan Jager von der NHL Hochschule in Emmen berichtete unter anderem, dass Fasern entwickelt wurden, die für Fischernetze verwendet werden können, die im Meer abbaubar sind und somit dazu beitragen können, die Plastikflut in den Ozeanen zu reduzieren. Reststoffe aus der Landwirtschaft wurden im 3D-Druck und im Spritzguss erfolgreich getestet. Entwickelt wurde ein kompostierbares Gartenbauseil, ebenso ein kompostierbares Biosubstrat aus nachwachsenden Rohstoffen. Verpackungsmaterial aus Pilzen sowie Baumaterial aus Hanffasern und anderen biobasierten Rohstoffen wurden in der Region produziert. Algen für Textilien und biobasiertes Saatgut sind weitere Innovationen. Insgesamt wurden 40 Projekte im Rahmen des deutsch-niederländischen Projektes „Bioökonomie im Non Food-Sektor" hier vor Ort realisiert, berichtete EDR-Projektmanagerin Karin Eden.

 

„60 Prozent unseres Ökosystems sind bereits geschädigt oder werden auf nicht nachhaltige Weise genutzt. Um diesem Trend entgegen zu wirken, müssen Ressourcen effizienter genutzt und die Kreislaufwirtschaft effektiver gestaltet werden", so beschrieb Anders Wijkman, Ehrenpräsident des Club of Rome, die Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten unserer Wirtschaft. Die Nutzung biobasierter Materialien stelle einen Teil der erforderlichen Veränderungen dar. Sie führe zu einem geringeren Verbrauch fossiler Quellen und zur effizienteren Nutzung von Rohstoffen. Wijkman forderte außerdem die Politik auf, Umweltaspekte unter anderem durch Steuerreformen stärker zu berücksichtigen.

 

Magnus Buhlert vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz stellte heraus, dass die Energiewende auch Verkehrswende bedeute. Die Offenheit gegenüber innovativen Techniken sei die Voraussetzung dafür, die Mobilität klimaschonender gestalten zu können, so Buhlert. Andre Faaij, Professor der Universität Groningen, belegte anhand verschiedener Szenarien, dass Biomasse einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann. Dabei hob er die Notwendigkeit einer effizienten und nachhaltig wirtschaftenden Landwirtschaft in Verbindung mit einer biobasierten Wirtschaft als zukunftsweisend hervor.

 

In weiteren Vorträgen ging es um Beiträge zu klimaschonenden Landnutzungskonzepten, beispielsweise um rentable Bewirtschaftung von Moorflächen durch Paludikulturen und neue Produkte aus Rohrkolben und Torfmoos.

 

Professorin Ellen Bendt von der Hochschule Niederrhein stellte unter anderem ein nachhaltiges, smartes und modulares Schuhkonzept vor. Der obere Teil des Schuhes ist gestrickt, während die Sohle im 3D-Druckverfahren entsteht. Angesichts von 23 Milliarden Schuhen, die jährlich weltweit produziert werden und aufgrund ihrer heterogenen Materialeigenschaften bisher kaum recycelt werden, ein Ansatz, der die Schuhproduktion nachhaltiger gestalten kann.

 

Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie die Ems Dollart Region unterstützten die Fachkonferenz, die vom 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie e.V. bereits zum sechsten Mal organisiert und erfolgreich durchgeführt wurde. Gefördert wurde der Kongress von der Europäischen Union im Rahmen des deutsch-niederländischen INTERREG V A Projektes „Bioökonomie im Non Food Sektor".

Eine ausführliche Dokumentation des Kongresses finden Sie


hier




Rund 240 Teilnehmer kamen  zum zweitägigen „Öko-Innovationen"-Kongress nach Papenburg. FOTO: Mario Rauch  (EDR)



EDR-Projektmanagerin Karin Eden stellte einige der insgesamt über 40 Bioökonomie-Projekte vor. FOTO: Mario Rauch (EDR)



Jan Jager (NHL Stenden) stellte Ergebnisse aus dem Projekt "Nachhaltige Fasern" vor. FOTO: Mario Rauch (EDR)





Unter den Referenten war auch  der Deputierte der Provinz Groningen, Henk Staghouwer (links). FOTO: 3N



Die Zuhörer nutzten die Gelegenheit zum Austausch über vorgestellte Innovationen und Ideen. FOTO: Mario Rauch (EDR)


















Film über "Bio-Ökonomie im Non Food Sektor"



Projektübersicht
Anhand dieser Karte können Sie sich über die Teilprojekte informieren.


 

Reportage über das Projekt:



26. Januar 2016, Meppener Tagespost:
 
 




   





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